Mitmachaktion: Dein Nachhaltigkeitstipp
Wie lebst du nachhaltig? Diese Frage haben wir beim 50-jährigen Jubiläum des Rheinland-Pfälzischen Freilichtmuseums gestellt – und rund 35 inspirierende Antworten erhalten! Von Gartentipps über regionale Ernährung bis hin zu cleveren Alltagsideen: Unsere Mitmachaktion zeigt, wie vielfältig Nachhaltigkeit in der Region gelebt wird.
Im 25. Mai 2025 waren wir zum 50-jährigen Jubiläum des Rheinland-Pfälzischen Freilichtmuseums gemeinsam mit SooNahe – Die Marke und der Bio-Gärtnerei PermaGlück mit einem Stand vor Ort. Die Jubiläumsfeier des Museums fand unter dem Motto „Zeitreise ins Gestern“ statt. Vorgestellt wurde schwerpunktmäßig die umfangreiche Bildungs- und Vermittlungsarbeit, die das Museum unter anderem mit vielen Kooperationspartnern leistet. Seit 2023 ist das Museum auch anerkannter außerschulischer Lernort für Nachhaltigkeitsbildung. Jede:r Austeller:in durfte eine Mitmachaktion anbieten und musste kennzeichnen, für welche der 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung das Projekt oder die Initative sich einsetzt. Für uns war das nicht nur die ideale Gelegenheit, unsere Nachhaltigkeitsplattform SooNachhaltig vorzustellen, sondern auch ganz konkrete Nachhaltigkeitstipps von den Menschen aus der Region zu sammeln.
Wir haben gefragt:
- Wie lebst du nachhaltig?
- Was tust du im Alltag für Klima, Umwelt und unsere Region?
Ob Wassersparen, kluge Gartentipps, nachhaltiger Konsum oder kreative Ideen – alles war willkommen.
Die Besucher:innen haben sich ins Zeug gelegt und auf Karteikarten notiert und skizziert was ihnen zum Thema eingefallen ist. Das Ergebnis sind rund 35 wertvolle Tipps und kleine Schritte für verschiedene Bereiche im Alltag, die jede:r umsetzen kann.
Die Nachhaltigkeitstipps lassen sich in mehrere Bereiche unterteilen: Garten, Ernährung, Mobilität, Konsum/Einkaufen, Bauen und Haushalt.
Nachhaltig ernähren
In puncto nachhaltige Ernährung waren sich unsere Besucher:innen einig:
Der Bezug von saisonalem und regionalem Obst und Gemüse sind das Mittel der Wahl.
Beziehen kann man es u. a. über Hofläden, auf Wochenmärkten oder über die Mitgliedschaft bei einer SoLaWi (Solidarischen Landwirtschaft). Auch andere Lebens- und Genussmittel wie Wein von Nahe-Winzern, Mehl oder Brot lassen sich regional beziehen. Die Regionalmarke SooNahe stellt auf ihrer Webseite regionale Produkte, Bezugsquellen und Anlaufstellen vor. Als weitere Tipps wurden genannt:
- Unterstützung regionaler Bauernhöfe
- Verzicht auf Fleisch und
- Lebensmittelrettung
Mittels Apps wie Too good to go bieten Restaurants, Bäckereien und Supermärkte z. B. ihre überschüssigen Lebensmittel am Ende des Tages in Überraschungstüten zu stark reduzierten Preisen an. Mittlerweile sind auch in Hunsrück und Nahe viele REWE- und EDEKA-Märkte, Bäckereifilialen und Restaurants vertreten.
Nachhaltig gärtnern
Einer der meistgenannten Tipps im Bereich Garten war:
- Gemüse & Obst selber anbauen
Das ist eine tolle Möglichkeit, um CO2 durch lange Transportwege einzusparen, super frische Lebensmittel voller Vitamine und Nährstoffe zu erhalten und sicherzugehen, dass keine Rückstände von Pestiziden am Obst und Gemüse haften. Nebenbei macht es viel Freude, im Garten zu werkeln, sich über die ersten Erfolgserlebnisse zu freuen und verschiedene Gemüsesorten auszuprobieren, die es im Handel nicht gibt.
Ganz konkrete Tipps zur Gestaltung und Pflege des Gartens gab es übrigens auch von unseren Besucher:innen:
- Eine Regentonne aufstellen,
- einen Teich für Kröten anlegen,
- eine Streuobstwiese anlegen,
- weniger Rasen mähen und
- vieles wachsen lassen.
Eine oder mehrere Regentonnen sorgen dafür, dass in den trockenen Sommermonaten genügend Gießwasser für die Pflanzen zur Verfügung steht, sodass nicht auf Trinkwasser zurückgegriffen werden muss. Mäht man den Rasen seltener und lässt abgesteckte Bereiche im Garten einfach natürlich wachsen, fördert man die Artenvielfalt und das Nahrungsangebot für Insekten. Zugegeben hat nicht jeder die räumlichen Möglichkeiten, eine Streuobstwiese anzulegen: Alternativ können sich mehrere Parteien zusammenschließen und bei der Pflege und Ernte zusammenarbeiten. Das ist auch beim Anbau von Obst & Gemüse denkbar: In Gemeinschaftsgärten kann man vom gegenseitigen Wissen profitieren und sich die Arbeit teilen.
Das alles setzt eine Grundhaltung voraus: den Respekt vor der Natur. Damit steht dieser Tipp einer Besucherin als zentraler Wert im Mittelpunkt, von dem alle weiteren Handlungen ausgehen. Respekt vor der Natur bedeutet einen achtsamen und reflektierten Umgang mit ihr und ihren Ressourcen.
Nachhaltig mobil
Auch das Thema Mobilität war unter den Besuchern sehr präsent und wird bereits in vielfacher Form im Alltag umgesetzt. Einer der Top-Tipps war:
- Kurze Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen, statt mit dem Auto zu fahren.
Generell empfehlen viele, weniger Auto zu fahren. Ein weiterer oft genannter Tipp, vor allem von den Jugendlichen und Kindern, die an unserer Mitmachaktion teilgenommen haben, ist:
- die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, z. B. um damit zur Schule zu fahren.
Und auch die Anschaffung eines E-Autos hat es unter die Tipps geschafft.
Nachhaltig einkaufen und konsumieren
Bewusster Einkauf und Konsum spart Ressourcen und Geld. In diese Richtungen gingen auch die Nachhaltigkeitstipps unserer Besucher:innen:
- Secondhand statt Neuware kaufen & verkaufen
Vor allem Kinderkleidung lässt sich sehr gut gebraucht kaufen. Es finden jährlich im Frühling und im Herbst zahlreiche Kindersachenbasare der regionalen KiTa-Fördervereine statt. Termine werden z. B. in WhatsApp-Gruppen wie Bekanntmachung Basara KH und Umgebung bekannt gegeben. Auch Online-Plattformen wie Vinted oder Kleinanzeigen bieten die Möglichkeit, günstig gebrauchte und gut gepflegte Kindersachen wie Kleidung, Spielsachen, Bücher u. a. zu erwerben oder zu verkaufen. Eine Besucherin gab auch den Tipp, lange Kinderhosen mit Löchern zu kurzen Hosen umzunähen und den Lebenszyklus der Kleidung so zu verlängern. Hingewiesen wurden wir auch auf die Zusammenstellung „Schritt für Schritt zur Nachhaltigkeit – Gib deinen Sachen ein zweites Leben“. Darin ist eine Übersicht der Stellen in der Rhein-Nahe-Region enthalten, bei denen man Secondhand-Artikel kaufen kann oder wo man noch brauchbare Dinge abgeben kann, die man selbst nicht mehr benötigt.
Tipp 2 & 3 beziehen sich vor allem auf die Verpackungsproblematik beim Einkaufen:
- Stofftaschen zum Einkaufen mitnehmen statt Plastiktüten
- Unverpackt oder Mehrweg-Verpackungen einkaufen
Es ist bekannt, dass Plastik in der Natur hunderte von Jahren braucht, um abgebaut zu werden. Und anschließend landet es als Mikroplastik im Meer und in unserem Essen. Plastik-Verpackungen sollten daher entweder recycelbar sein oder als Mehrweg-Verpackungen konzipiert werden. Viele Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Trockenwaren lassen sich auch sehr gut unverpackt einkaufen. Vor allem Getränke und Milchprodukte kann man mittlerweile auch häufig im Mehrwegglas kaufen. Hat man zum Einkaufen immer einen Stoffbeutel oder Einkaufskorb dabei, kann man auf den Spontankauf von Plastiktüten verzichten. Wer sich regelmäßig einen Coffee-to-go, sollte über den Kauf eines eigenen Mehrweg-Kaffeebechers nachdenken. Und anstatt unterwegs Wasser aus Plastikflaschen zu trinken, kann man nachfüllbare Trinkflaschen nutzen.
Nachhaltig im Haushalt
Kleine Schritte in Richtung mehr Nachhaltigkeit kann man Tag für Tag auch im Haushalt gehen. Ganz oben unter den Tipps steht die
- Mülltrennung.
Für eine hohe Recyclingquote ist es wichtig, Restmüll, Bioabfälle, Verpackungsmüll, Papier und Sondermüll richtig zu trennen. Ist der Hausmüll korrekt getrennt, können die Sortieranlagen die einzelnen Abfälle besser erkennen. So hat Plastikmüll zum Beispiel nichts in der Biotonne zu suchen. Anstatt die Bioabfälle in Plastiktüten zu sammeln, kann zum Beispiel die alte Tageszeitung als Müllbeutelersatz dienen, so der Tipp einer Besucherin.
Auch oft genannt wurde das:
- Einsparen von Energie und Wasser
Salatputzwasser kann etwa gesammelt und zum Pflanzen gießen verwenden werden. In Räumen, in denen man sich gerade nicht auffällt, sollte man das Licht ausschalten und anstatt Elektrogeräte im Standby-Modus laufen zu lassen, zieht man lieber den Stecker.
Nachhaltigkeit lässt sich auch bei Reinigungsmitteln umsetzen: Spülmaschinentabs oder Geschirrspülmittel lassen sich mit Hausmitteln wie Natron, Zitrone und Essig sich leicht selbst herstellen oder im nachfüllbaren Behälter kaufen.
Nachhaltig bauen
Im Bereich Nachhaltiges Bauen kamen immerhin zwei Tipps zusammen:
- Haus aus Holz & Lehm ohne Kunststoffe bauen
- Solarzellen auf dem Hausdach
Die Stichworte hier lauten: ressourcenschonendes und energieeffizientes Bauen. Regionale, natürliche Materialien und Erneuerbare Energien. Mehr zum Thema Bauen und Energie finden Sie auf unseren Themenseiten.
Vielen Dank an alle, die an unserer Mitmachaktion teilgenommen und so viele wertvolle Tipps beigesteuert haben! Der Austausch hat sehr viel Spaß gemacht.
Haben Sie noch mehr Nachhaltigkeitstipps, die Sie mit uns und den Menschen in der Region teilen wollen? Dann schreiben Sie uns gern!
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